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Ökologische Nutzung der Holzressourcen in der Schweiz

 

Um die Ressource Holz optimal zu nutzen, muss der ganze Lebensweg von Holzprodukten berücksichtigt werden. Die Projekterkenntnisse können als Grundlage für Entscheidungen in Politik, Industrie und Forstwirtschaft dienen.

Projektbeschrieb (abgeschlossenes Forschungsprojekt)

Holz ist eine der wenigen erneuerbaren Ressourcen der Schweiz. Steigende Rohstoffpreise und zunehmende Umweltprobleme verlangen nach einer effizienten Nutzung von Holz. Das betrifft sowohl die stoffliche als auch die energetische Nutzung. Um die Ressourceneffizienz zu erhöhen, werden in diesem Projekt die Massenflüsse, sowie globalen und lokalen Effekte der Holzverwendung auf die Umwelt ermittelt und Verbesserungspotentiale identifiziert.

Ziel

Das Projekt zielte darauf ab, umweltrelevante Informationen für Entscheidungstragende in Politik, Industrie, Forstwirtschaft und Forschung bereitzustellen und Strategien für eine nachhaltige und effiziente Nutzung von Holzressourcen in der Schweiz zu entwickeln. Dies beinhaltete die folgenden Punkte:

  • Bewertung von bereits existierenden und künftig absehbaren Wertschöpfungsketten mit Materialfluss- und Lebenszyklusanalysen.
  • Verbesserung der Methoden zur Bewertung der ökologischen Auswirkungen von Forstwirtschaft und Holzverwendung
  • Evaluation neuer Holznutzungstechniken von den Partnerprojekten des NFP und Beratung der Technologieentwickler.

Anwendung

Die neuen Erkenntnisse und Daten aus dem Projekt leisten einen Beitrag zur Strategieentwicklung für Politik und Wirtschaft. Neue Ökobilanzinventare und Materialflussmodelle stehen jetzt zur Verfügung und können bei der Planung im Bauwesen und in anderen Industriesektoren helfen, ökologische Lösungen zu finden.

Die Untersuchung der gesamten Wertschöpfungskette stellt eine wichtige Grundlage für die Entwicklung effizienter Ressourcen- und Entsorgungskonzepte dar.

Ergebnisse

Holz ist ein umweltfreundliches Material, das insbesondere das Klima schont. Besonders vorteilhaft ist die Kaskadennutzung von Holz, wenn dieses anstelle energieintensiver Materialien wie Stahl oder Beton in langlebigen Anwendungen verwendet wird und am Ende des Lebenszyklus zur Erzeugung von Wärme dient und somit fossile Brennstoffe ersetzt. Insbesondere im Bauwesen hat Holz ein wichtiges Nutzungspotential, da es, auf den Lebenszyklus gesehen, ökologische Vorteile gegenüber funktional gleichwertigen Massivgebäuden aufweist. Für die Umsetzung der Energiewende und der Senkung des Energiebedarfs des Gebäudebetriebs ist es notwendig, den Gebäudepark in Zukunft zu erneuern, was allerdings einen erhöhten Materialbedarf nach sich zieht. Der vermehrte Einsatz von Holz ist dabei eine Chance, die Umweltwirkungen des zusätzlichen Materialbedarfs aufzufangen und zu kompensieren.

Die Analysen zeigen auch, dass sich die Umwelteffekte der Holznutzung je nach Art des Holzes und des Waldmanagements stark unterscheiden. Gegen allfällige Kehrseiten der Nutzung von Holz müssen Massnahmen ergriffen werden, wie etwa gegen die Emission von Feinstaub bei seiner Verbrennung. Bei Holzimporten ist darauf zu achten, dass besonders in tropischen Ländern mit erheblichen Beeinträchtigungen der Biodiversität gerechnet werden muss, wenn Holz aus intensiven (nicht-zertifizierten) Bewirtschaftungssystemen bezogen wird.

Die positiven Potenziale der Ressource Holz für den Umwelt- und den Klimaschutz lassen sich nur dann ausschöpfen, wenn sämtliche Umweltauswirkungen der Holzverwendung über den ganzen Lebenszyklus berücksichtigt werden.

Originaltitel

Life cycle management of wood in Switzerland: Methods, tools and environmental decision support

Projektleitung

  • Prof. Stefanie Hellweg, Institut für Umweltingenieurwissenschaften, Eidgenössische Technische Hochschule Zürich
  • Prof. Holger Wallbaum, Institut für Bau- und Infrastrukturmanagement, Eidgenössische Technische Hochschule Zürich
  • Dr. An De Schryver, Institut für Umweltingenieurwissenschaften, Eidgenössische Technische Hochschule Zürich

 

 

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

Prof. Stefanie Hellweg Institut für Umweltingenieurwissenschaften ETH Zürich Schafmattstrasse 6 8093 Zürich +41 44 633 43 37 stefanie.hellweg@ifu.baug.ethz.ch