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Den Holzmarkt verstehen: zwischen Versorgung und Multifunktionalität

 

Welche Faktoren beeinflussen die Funktionsweise und die Performance des Holzmarkts am stärksten? Welche Bedeutung und welchen Wert weisen die öffentlichen Dienstleistungen auf, die der Wald erbringt? Welche Instrumente ermöglichen es, die Funktionen des Waldes besser zu berücksichtigen?

Projektbeschrieb (abgeschlossenes Forschungsprojekt)

Die Holzproduktion ist die wichtigste Aktivität der Schweizer Waldwirtschaft. Seit mehr als zwanzig Jahren fährt diese betriebliche Defizite ein. Während die Produktionskosten steigen, gibt der Holzpreis nach. Selbst eine höhere technische Effizienz verhindert die Defizite in der Holzproduktion nicht. Zugleich fragt die Gesellschaft zunehmend öffentliche Dienstleistungen nach, wie etwa die Schutzfunktion, Biodiversität oder Erholung. Damit beeinflusst die Gesellschaft Produktionsentscheidungen und erhöht die Komplexität des Waldmanagements. Die Waldwirtschaft muss somit sowohl die zukünftige Holzversorgung als auch die Multifunktionalität des Waldes sichern.

Hintergrund

Die Holzproduktion ist seit Jahren defizitär. Während die Holzpreise fallen, nehmen die Produktionskosten zu. Zugleich steigt die Nachfrage nach Waldleistungen, die nicht entschädigt werden, etwa für die Erholung. Die Holzproduktion muss daher mit den anderen Funktionen des Waldes in Einklang gebracht werden.

Ziel

Das Projekt wollte die Multifunktionalität des Waldes in die Wirtschaftsanalyse des Holzmarkts und in ein nachhaltiges Waldmanagement einbinden. Nachfrageseitig sind die zahlreichen, steigenden gesellschaftlichen Ansprüche an den Wald zu berücksichtigen. Angebotsseitig sollten dem Betriebsmanagement die Potenziale zur Effizienzsteigerung bei der Holzproduktion aufgezeigt werden. Zugleich sollten auch die ökologischen und kulturellen Funktionen des Waldes in die Analyse einfliessen. Damit sollten neue Ansätze entwickelt werden, um die globale Wettbewerbs- und Leistungsfähigkeit des Schweizer Holzmarkts zu verbessern.

Ergebnisse

Unsere Umfragen haben gezeigt, dass die Schweizer Bevölkerung die Schutzfunktion des Waldes und seine Bedeutung als Biodiversitätsraum für sehr wichtig hält. Weniger große Bedeutung weist sie der Holzproduktion zu. Viele Menschen wären bereit, neue Waldreservate zu finanzieren. Gemäß unserer Analyse könnten kleinere Forstbetriebe Skaleneffekte nutzen, um beträchtliche Kosten einzusparen. Allerdings streben viele Betriebe keine Maximierung ihres Gewinns an. Dies, weil bei forstwirtschaftlichen Entscheidungen auch die nicht marktbestimmten Leistungen des Waldes eine Rolle spielen. Angesichts der zahlreichen positiven externen Effekte der Wald- und Forstwirtschaft erscheint es ökonomisch gerechtfertigt, sie auf ähnliche Weise zu unterstützen wie die Landwirtschaft.

Originaltitel

Understanding the market of raw wood: Supply and demand aspects

Projektleitung

  • Prof. Milad Zarin-Nejadan (Hauptgesuchstellender), Institut de recherches économiques, Université de Neuchâtel
  • Prof. Andrea Baranzini, Département d’économie d‘entreprise, Haute Ecole de Gestion de Genève (HES-SO)

 

 

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

Prof. Milad Zarin-Nejadan Institut für Wirtschaftsforschung Universität Neuenburg 7, rue Pierre-à-Mazel 2000 Neuenburg +41 32 718 13 55 milad.zarin@unine.ch